Konzeptionsphase

Während der Konzeptionsphase wird detailliert festgelegt, wie die Ziele und Anforderungen des Projektauftrags bezogen auf die gewählte Lösung in der anschliessenden Realisierungsphase umgesetzt werden sollen. Idealerweise wird dazu unabhängig von der jeweiligen Projektart der standardisierte Problemlösungsprozess verwendet. Je nach definierten Anforderungen und evaluierten Konzepten entscheidet sich, ob ein Standardprodukt eingesetzt werden kann oder ob eine spezielle Entwicklung notwendig ist.

Am Ende dieser Phase sollten folgende Fragen beantwortet werden können:

  • Wie und mit wem wollen wir das Projekt konkret erstellen?
  • Wie sieht meine Problemlösung aus?

Die wesentlichen Tätigkeiten dieser Phase aus Umsetzungssicht sind:

Nr. Tätigkeit Inhalt
01 Anforderungs-Prozess

Definieren der Anforderungen

Basierend auf den definierten und ausformulierten Zielen, Rahmenbedingungen, Problemstellungen, Lösungsansätzen etc. aus der Initialisierungsphase werden die konkreten Anforderungen ermittelt, detailliert spezifiziert, geprüft und mit dem Konzipierungsergebnis abgeglichen sowie priorisiert.
02 Konzipierungs-Prozess

Konzipieren der Lösung(en)

Parallel zur Anforderungsentwicklung geht es bei der Konzipierung darum, für die gewählte Lösungsvariante ein detailliertes Konzept zu erstellen. Je nach Auftrag werden dabei sämtliche konzeptionellen Arbeiten erledigt, wie das Erstellen von Prototypen, Qualitäts-, Umsetzungs-, Test- und Schulungskonzepten, sowie je nach Projektart Daten-, Datenfluss-, Ereignis-, Funktions- und Organisationsmodelle erarbeitet. Bei der Konzipierung wird festgelegt, mit welchem Lösungsansatz das Projekt realisiert wird. Abgerundet wird die Konzipierung jeweils mit einer konkreten Kosten-Nutzen-Analyse.
03 Evaluations-Prozess

Evaluation durchführen

Muss aufgrund der konzipierten Lösung etwas evaluiert und dann in der Realisierungsphase beschafft werden, so ist es zwingend, dass die vorangehenden zwei Schritte entsprechend detailliert ausgearbeitet wurden. Basierend auf einem Pflichtenheft, das dem Anbieter zugestellt wird, und einem Kriterienkatalog werden die eingegangenen Offerten bewertet. Das beste Angebot erhält den Zuschlag und die notwendigen Punkte werden vertraglich geregelt. Bei grösseren Beschaffungen muss der ganze Prozess in einem Evaluationshandbuch festgehalten werden.

Die Hauptlieferobjekte dieser Phase sind die im Detail erarbeitete konzipierte Lösung sowie die klar definierten Anforderungen. Weitere Ergebnisse können sein:

  • Fachkonzepte wie Schulungskonzept, Nutzungskonzept, Testkonzept
  • Pflichtenheft, Kriterienkatalog für Lieferanten-/Produktauswahl, Evaluationshandbuch
  • Anforderungsspezifikationen, Kriterienkatalog für erfolgreiche Produkteabnahme und -einführung

Die Ergebnisse der Konzeptionsphase können in einem oder mehreren Lieferobjekten aufgeführt respektive in solche unterteilt werden. Allenfalls in einem Management-Summary zusammengefasst bilden die Resultate die Grundlage für den Entscheid über die Freigabe der Realisierungsphase.